Frustrierte single frau

Der Rest verbindet sich abwärts: Der Arzt führt die Krankenschwester vor den Traualtar, der Chef die Sekretärin.

Umgekehrt ist eine Ärztin, die sich einen Pfleger anlacht, so rar wie eine Frau in der Chefetage.

Ich weiss nicht, wo diese Spezies Mann zu finden ist.»Warum, fragt man sich, ist eine gutausgebildete Frau bloss eine so miserable Partie? Liebe, Kinder, Karriere – und alles nach ihrem Zeitplan?

Im Falle der Schweiz reicht ein Blick auf die Bildungsstatistik: Vor fünfzig Jahren noch war eine Rarität, wer Mitte dreissig Matura oder Studium absolviert hatte und nicht verheiratet war oder in fester Partnerschaft lebte.Etwas salopp gesagt: lieber ein bisschen dümmer, dafür vor allem viel jünger. Jedenfalls nicht für die Titel auf der Visitenkarte oder die Zahlen auf dem Bankkonto. Single kamen In der Schweiz heiraten laut der letzten Volkszählung lediglich 30 Prozent der Akademiker eine Frau auf demselben Ausbildungsniveau.Sogar im virtuellen Raum, dem Trendforscher periodisch eine Fähigkeit zur Umkrempelung der Geschlechterverhältnisse andichten, hat das bewährte Beuteschema bald vierzig Jahre Emanzipation unbeschadet überstanden.Das beweist eine Untersuchung der Wahl der Kontaktpartner im Internet, die Soziologe Blossfeld in der nächsten Ausgabe der veröffentlicht: Frauen kontaktieren mit Vorliebe Männer mit höherem oder gleichem Bildungsniveau, Männer hingegen orientieren sich gern nach unten.

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Jede Frau zwischen dreissig und vierzig hat mindestens eine Kollegin im Bekanntenkreis, die attraktiv ist, bestens ausgebildet und beruflich erfolgreich, die weiss, was sie will, und das auch bekommt.Alles ist da, nur etwas fehlt: der richtige Lebenspartner.Man kann die Studienbefunde zur modernen Romantik drehen und wenden, wie man will: Fakt ist, in Liebesdingen funktioniert der Mensch noch immer wie ein Urtier. Frustrierte single frau-33 Der Mann bringt Status und gutes Einkommen in die Beziehung, die Frau Jugendlichkeit und gutes Aussehen.Bei den Frauen gilt der umgekehrte Befund: Mit einer Steigerung des IQ um 16 Punkte sinken die Chancen, einen festen Partner zu finden, um 40 Prozent.

Erfolgreiche Frauen haben zudem nicht nur ein Problem, überhaupt einen passenden Partner zu finden, sondern auch ihn zu halten, wie Christina Künzle, Business-Coach und Managing-Partnerin der Schweizer Firma Choice, herausgefunden hat. Der stille Schmerz von Frauen in Führungspositionen» heisst ihre Untersuchung der Daten zur Vereinbarkeit von Karriere und Familie bei weiblichen Führungskräften.

Heute sind gemäss letzter Volkszählung nur knapp 45 Prozent der Frauen zwischen 30 und 45 mit einem akademischen Titel verheiratet.

Bei den Männern derselben Alters- und Bildungskategorie tragen immerhin 66 Prozent einen Ehering. Zwar nimmt der Anteil der Ehefrauen an der weiblichen Bevölkerung historisch gesehen generell ab.

Der Studienleiter, Soziologieprofessor Hans-Peter Blossfeld, argumentiert so: «Junge Frauen haben die gleichaltrigen Männer nicht nur bei der Matura überholt, sie sind auch die erfolgreicheren Studierenden.

Sie lassen die Männer in der Bildungshöhe hinter sich und werden deshalb künftig noch häufiger Single bleiben.» Im Klartext: Je besser Frauen ausgebildet sind, je höher sie aufsteigen, desto kleiner wird der Kreis potenzieller Partner.

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